23. September - 2. Oktober:
Nachdem ab 1919 so einige Erfahrungen mit aufgeladenen Motoren gemacht worden waren, stellte die Daimler-Motoren-Gesellschaft 1921 die
Pkw-Typen 6/20 PS und 10/35 PS mit Vierzylinder- Kompressormotor auf der Berliner Automobil-Ausstellung der Offentlichkeit erstmals vor.

Mercedes Sport Phaeton Typ 6/20


Mercedes 6/25/40 als Limousone 1923
Die Serienproduktion der mittlerweile leistungs-gesteigerten Typen 6/25/40 PS und 10/40/65 PS läuft allerdings erst im Frühjahr 1923 an.

27. April:
Christian Werner gewinnt die Targa und die Coppa Florio. Dieses sind die ersten bedeutenden Siege der neuen 2 l-Rennwagen mit Vier-zylinder-Kompressormotor.
10. - 18. Dezember:
Auf der Berliner Automobil- Ausstellung werden die neuen
Pkw-Typen Mercedes 15/70/100 PS und 24/100/140 PS mit 6 Zyl.-Kompressormotoren vorgestellt.

Typ 15/10/100 PS (oben) und Typ 24/100/140 PS (rechts) als offener Tourenwagen.

19. Juni:
Erster Einsatz und Dreifachsieg des Mercedes-Benz Typ „S“, beim "Großen Preis von Deutschland“, dem Eröffnungsrennen des Nürburgrings; Sieger: Rudolf Caracciola. Der Typ „S“ basiert auf dem
Modell „K“, das von Dr. Ferdinand Porsche konstruktiv überarbeitet
wurde, und leistet bei 6,8 l Hubraum 120 PS ohne und 180 PS mit Kompressor.
Der Beginn einer Ära: Mercedes-Benz S und SS (Super Sport). Im Bild Rudolf Caracciola und Adolf Rosenberger im neuen Typ S mit dem ein Doppelsieg gelang. Den dritten Platz belegte Mosch in einem privat gemeldeten Modell K (siehe Fahrzeug StartNr. 3)

18. / 19. Juli:
Rudolf Caracciola gewinnt mit einem Typ „SSK“ den Großen Preis von Irland über 300 Meilen mit 139 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit und damit die „Irish Times Trophy“. Der Typ „SSK“ ist eine Weiterentwicklung des Typs „SS“, der nun aus 7 l Hubraum 170 PS ohne und 225 PS mit Kompressor entwickelt. Das „ K" in der neuen Typbezeichnung SSK stand für kurzen Radstand. Damit wurde der Kompressor-Rennsportwagen noch wendiger - ein Entwicklungsschritt der vor aliem bei Bergrennen von Vorteil war.

Caracciola gewann in Rekordzeit gegen die stärkste Konkurrenz. Das Bild zeigt den Sieger gefolgt von Earl Howe im Typ SS, der den dritten Paltz belegte.
September:
Rudolf Caracciola wird „Europa-Bergmeister“ auf Mercedes-Benz Typ „SSK“. Zuvor wurde er im August Sieger im internationalen Klausenpaß-Rennen mit neuem Sportwagenrekord.
2. Oktober:
Auf dem Pariser Salon stellt die Daimler-Benz AG ihren größten, schwersten und teuersten Personenwagen, den Typ 770 „Großer Mercedes“ (W 07) mit einem 7,7 l 8 Zyl.- Reihenmotor, der Öffentlichkeit vor.
Der Motor des 770 wird wahlweise mit und ohne Kompressor geliefert.

22. Mai:
Manfred von Brauchitsch siegt auf Mercedes-Benz Typ „SSKL“ beim AVUS-Rennen in Berlin und stellt mit 200 km/h einen Klassenweltrekord auf.
Die bei diesem Avus-Rennen benutzte Version ist mit einem stromlinienförmigen Aufbau der Karosseriefirma Vetter, Fellbach versehen und wird von von Brauchitsch aufgrund ihres Aussehens liebevoll „Gurke“ genannt.

8. - 18. März:

Auf der Berliner Automobil-Ausstellung werden zwei Neukonstruktionen vorgestellt: Der Typ 130, erster serienmäßig gebauter Mercedes-Benz Pkw mit Heckmotor und der Sportwagen Typ 500 K (W 29) mit 8 Zyl.- Kompressormotor, der den Typ 380 ablöst. Er bildete das sportlich elegante Pendant zum Typ 770.

3. Juni:

Die Ära der „Silberpfeile“ beginnt mit den 750 kg- Rennwagen (W25) nach der neu eingeführten Rennformel für Grand- Prix-Rennen. Der erste Einsatz der Wagen erfolgt beim Internationalen Eifelrennen auf dem Nürburgring; Manfred von Brauchitsch erringt den Sieg in neuer Rekordzeit. Im W25 war der Roots-Kompressor ständig eingeschaltet.

Weitere Rennerfolge des og. Monoposto: Coppa Acerbo, Pescara (1. Platz); Großer Preis von Italien, Monza (1. Platz); Großer Preis von Spanien, San Sebastian (1. und 2. Platz); Rekordfahrt auf der Avus Durchschnittsgeschwindig-keit: 311,98 km/h, Streckenrekord).
Der Rennwagenmotor mit Stufenkompressor von 1934, 8 Zyl. 3,36 ltr.
Die silbrig glänzende Oberfläche seines Kompressor-Boliden verdankte von Brauchitsch dem Umstand, dass dieser bei der Fahrzeugabnahme etwas zu viel Gewicht aufbot, weshalb man sich in grandioser Weise dazu entschied das "Übergewicht" durch Entfernen der weißen Farbe zu kompensieren.

18. Februar - 6. März:
Auf der Internationalen Automobil- und Motorrad-Ausstellung in Berlin wird der Typ 770 „Großer Mercedes“ (W 150) mit 7,7 l-8 Zyl.-Reihenmotor mit Kompressor und 155/230 PS in einer grundlegend überarbeiteten Ausführung vorgestellt. Neu sind u. a. der Ovalrohrrahmen, die Vorderachse mit Doppel-Querlenkern und Schraubenfedern sowie die De-Dion-Hinterachse (werksintern Parallelradachse genannt).
 
2. April:
Bei der Targa Florio in Sizilien siegt Graf Masetti auf Mercedes Grand-Prix-Typ 1914. Max Sailer gewinnt auf Mercedes 28/95 PS mit Kompressor den Titel bei den Serienwagen. In der Kategorie bis 1,5 l nimmt auch ein Mercedes 6/25/40 PS mit Kompressor teil. Es ist der erste Einsatz von Kompressorwagen bei Rennen. Paul Daimler, Sohn von Firmengründer Gottlieb Daimler und Chefkontrukteur der DMG, hatte den 6/40/65 PS genannten 1,5-Liter-Wagen entwickelt. Der Vierzylindermotor zeichnete sich durch Königswellenantrieb, zwei obenliegende Nockenwellen und Vierventiltechnik aus.

Werksfahrer Paul Scheef passierte als Drittschnellster seiner Klasse die Zielflagge.

28./29. Juni:

Die Daimler-Motoren- Gesellschaft und die Firma Benz & Cie., die seit zwei Jahren in einer Interessengemeinschaft verbunden sind, fusionieren zur Daimler-Benz AG. Sitz der Gesellschaft ist in Berlin, die Zentralverwaltung entsteht in Untertürkheim.
11. Juli:

Rudolf Caracciola gewinnt den „Großen Preis von Deutschland" auf der Avus mit einem Durchschnitt von 135,2 km/h. Das Siegerfahrzeug ist der erste Achtzylinder-Mercedes und gleichzeitig der erste Wagen, den Dr. Ferdinand Porsche für die DMG konstruiert hat. Der 2-1-Achtzylinder-Kompressor-Renn- wagen wird allgemein als Typ „Monza" bezeichnet, da seine Rennpremiere im Oktober 1924 beim Großen Preis von Italien in Monza stattgefunden hat.


Rudolf Caracciola und Eugen Salzer im weiterentwickleten Monza-Rennwagen mit viersitziger Karosserie.
29. Oktober-7. November:
Das Modell „K",wird vorgestellt, das bereits seit Juli mit Erfolg im Tourenwagensport eingesetzt wird. Das auf dem Typ 24/100/140 PS basierende Spezialmodell mit verkürztem Radstand wird im April 1927 ins reguläre Verkaufsprogramm aufgenommen.

17. August:
Rudolf Caracciola gewinnt mit dem Mercedes-Benz Typ „SS“ die „International Tourist Trophy“ in Irland über 410 Meilen. Der Typ „SS“ ist eine vom Typ „S“ abgeleitete, stärkere Version mit einem 7 l-Motor, der bis 1930 140 PS ohne und 200 PS mit Kompressor leistet. Ab 1930 wird die Leistung dann auf 160/200 PS erhöht.
Auf dem Nürburgring gelang der Mercedes-Benz Rennmannschaft im Juli 1928 mit diesem Wagentyp ein grandioser Dreifacherfolg. Den Sieg errang das Team Rudolf Caracciola/Werner.

12. - 13. April:
Das 1000-Meilen-Rennen von Brescia, Italien (1635 km) gewinnen das Team Rudolf Caracciola / Wilhelm Sebastian auf Mercedes-Benz Typ „SSKL“ (W06 RS) mit einem Durchschnitt von 101,1 km/h. Caracciola siegt damit als erster ausländischer Fahrer in der Geschichte der „Mille Miglia“.
Der SSKL (Super-Sport-Kurz-Leicht) ist die letzte Stufe in der Entwicklung der S-Reihe. Durch zahlreiche "Durchbohrungenr" gelang es, ihn gegenüber dem SSK um rund 125 Kilogramm abzuspecken. Er wird nur als Rennsport-Zweisitzer gebaut und ist mit einem 7-l Motor ausgerüstet, der 240 PS ohne und 300 PS mit Kompressor leistet und eine Geschwindigkeit von bis zu 235 km/h ermöglicht.
Als leistungsstärkste Variante der S-Typenreihe mobilisierte der SSKL aus 7065 cm 3 Hubraum 300 PS. Der Kompressor war dabei permanent zugeschaltet. 1932 stellte Hans Stuck mit dem SSKL einen neuen Streckenrekord beim Bergrennen zum Stilfser Joch auf und wurde Alpenmeister für Sportwagen (oben).
September:
 Rudolf Caracciola wird nach seinem Sieg beim Drei-Hotter-Bergrennen erneut „Europa-Bergmeister für Sportwagen“ auf Mercedes-Benz Typ „SSKL“.

11. - 23. Februar:
Auf der Internationalen Automobil- und Motorrad-Ausstellung in Berlin wird u.a als Neuheit der Pkw-Typ 380 (W 22) präsentiert. Der
Typ 380 begründet die Tradition der sportlich-eleganten
Kompressorwagen mit Achtzylinder-Motor, die später von den
weltberühmten Nachfolgemodellen 500 K und 540 K fortgeführt
wird.

Im Typ 380 ist als Weltneuheit eine Vorderachskonstruktion
realisiert, die bis heute weltweit eingebaut wird: die Einzelrad-aufhängung an zwei parallelen Querlenkern mit Schraubenfedern, die für sichere Fahreigenschaften sorgte.
Der 380 wurde in insgesamt sieben Karosserie-Varianten angeboten: Limousine, Cabriolet A, B und C, Tourenwagen und Roadster.


1. Oktober:
Auf dem Pariser Salon wird der Typ 540 K (W 29) mit einem leistungsgesteigerten 5,4 l-8 Zyl.-Kompressormotor als Nachfolgemodell des 500 K vorgestellt.
Typ 540 K Spezial Roadster von 1937
Typ 540 K als Cabriolet B
Typ 540 K als Cabriolet A von 1938
Die Typen 500 K und 540 K wurden nicht nur aufgrund ihrer enormen Motorleistung bekannt (Die Modelle erreichten bei einem Gesamtgewicht von bis zu 2,7 t mühelos Spitzengeschwindigkeiten von 170 km/h) sondern vor allem auch ihrer Exklusivität und eleganten Linienführung wegen. Mit dieser Achtzylinderreihe besetzte Daimer-Benz in den 30er Jahren das Marktsegement der internationalen Luxusklasse.
11. November:
Internationale Klassenrekorde brach Rudolf Caracciola mit einem V12-Rennwagen mit 616 PS, 2 Gebläsen und 5,6 ltr Hubraum erreicht. Mit einem fliegenden Start über 10 Meilen wurde mit 333,5 km/h auf der Autobahn Frankfurt-Darmstadt ein Weltrekord aufgestellt. Dieser Rekord wurde 1938 ebenfalls mit einem V12-Vollstromlinienwagen mit 736 PS (allerdings hier schon Saugkompressor) nochmals überboten. Die gemessene Geschwindigkeit lag bei sagenhaften 432 Stundenkilometern. Das bis zum heutigen Tag schnellste auf einer öffentlichen Straße jemals gefahrene Tempo.

Mit den einschneidenden Ereignissen der Jahre 1939 - 1945 war Daimler-Benz nach Kriegsende nicht in der Lage die zukunfts-weisenden Projekte der späten 30er Jahre weiterzuverfolgen. Schon allein aufgrund des fehlenden Marktes für Kompressor-Fahrzeuge.
In Anknüpfung der Grand-Prix Erfolge der Kompressor-Rennwagen bis 1939 wagte man 1951 und 1952 (letzmals mit zwei 300 SL Fahrzeugen mit Kompressor) den Versuch den Mythos Kompressor wiederaufleben zu lassen. Leider ohne nennenswerten Erfolg. In den für Daimler-Benz noch sehr erfolgreichen Rennjahren bis 1955 unter Leitung der unvergessenen Alfred Neubauer und Fahrern wie Juan Manuel Fangio spielte Kompressor-Aufladung dann keine Rolle mehr. Man widmete sich în dieser Zeit Rennfahrzeugen mit Saugmotor.

Seither sind die legendären Mercedes-Benz Kompressorwagen zum Traum-Automobil zahlreicher Liebhaber und Sammler geworden, die sich u.a. in unserem Club zusammengefunden haben, um ihre Leidenschaft Kompressor zu teilen und mit großem Engagement die einmalige Tradition zu pflegen um den mobilen Glanz der 20er und 30er Jahre wieder aufleben zu lassen.

Zu guter letzt bleibt im Rahmen dieser knappen Chronik auch noch zu erwähnen, dass am 14. - 24. September 1995 ein Fahrzeug auf der IAA in Frankfurt/M. besonders großes Aufsehen erregte. Zum ersten Mal nach mehr als 50jähriger Unterbrechung wurde mit dem Mercedes C 230 ein Fahrzeug in die Modellpalette aufgenommen, dass mit einem Roots-Gebläse ausgerüstet war. Der Kompressor verhilft dem 142 kw (193 PS) Motor zu einem deutlich erhöhten Drehmoment, das über einen breiten Drehzahlbereich zur Verfügung steht.